Ich bin eigentlich kein großer Freund von Tags, aber gerade bei einem jungen Blog ist es ja vielleicht doch ganz interessant, mal ein bißchen aus dem Nähkästchen zu plaudern. Da ich das Rad nicht neu erfinden wollte, habe ich mich umgesehen, und auf dem sympathischen Blog Liberiarium das Bücher-Blogger-Tag mit Fragen rund um Bücher und Leseverhalten entdeckt.

1. Welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttisch?

Dort liegen gerade “Der Zauberberg” von Thomas Mann und “The Goldfinch” von Donna Tartt. Den “Goldfinch” habe ich bereits durch; er ist irgendwie auf meinem Nachttisch gestrandet. Der “Zauberberg” liegt dort nur, um anzugeben. Zumindest hört sich das besser an als der wahre Grund: Wir wollen ihn demnächst im Buchclub besprechen und ich kann mich nicht motivieren, mit dem Lesen anzufangen. Immer drängeln sich andere Bücher dazwischen, die unbedingt vorher noch gelesen werden möchten. So wird das nie was… Tatsächlich lese ich zur Zeit übrigens “We Are Not Ourselves” von Matthew Thomas. Allerdings auf dem Kindle und dieser befindet sich in meiner Handtasche.

Buecher auf meinem Nachttisch

2. Auf welche Neuerscheinung freust du dich dieses Jahr am meisten?

“The Children Act” von Ian McEwan ist zwar bereits als Hardcover erhältlich, ich warte aber ungeduldig auf die Taschenbuchversion, die im April erscheinen soll.

3. Was ist das traurigste Buch, das du bisher gelesen hast?

Bücher haben mich schon oft traurig gemacht, aber das Superlativ zu finden fällt mir schwer. Die letzten Tränen verdrückt habe ich bei “We Are All Completely Beside Ourselves” von Karen Joy Fowler. Eigentlich ein sehr lustiges Buch, aber das geschilderte Tierleid ist mir sehr nah gegangen.

4. Welches Buch hat dein Leben besonders geprägt?

Da muss ich zwei Bücher nennen. Zum einen “Die Outsider” von Susan E. Hinton. Ich habe es als Teenie so oft gelesen, dass ich die ersten Seiten irgendwann auswendig konnte. Die Tatsache, dass Hinton erst 15 war als sie das Buch schrieb, hat mich damals motiviert, selber die ersten Schreibversuche zu wagen. Und da ist da noch “The Hotel New Hampshire” von John Irving. Das ist mein All-Time-Favorite und hat mich und mein Leseverhalten in vielerlei Hinsicht geprägt.

5. Wonach sortierst du deine Bücher und wo stapeln sie sich?

Die sortiere ich gar nicht. Bücher, die mir sehr am Herz liegen, wandern in einen geschlossenen Schrank im Flur oder aufs unsichtbare Bücherregal an der Wand. Der Rest wird verkauft, vertauscht, verschenkt. Ich weiß, das ist für viele Buch-Junkies völlig undenkbar. Ich lese Bücher aber nur selten 2x und bin kein Sammler-Typ. Insofern kommt mir das Lesen auf dem Kindle sehr entgegen – wenig Bücherballast. Die Kinderbücher im Zimmer meiner Tochter sind nach Farben sortiert.

Buecherregal im Kinderzimmer

6. Was ist das lustigste Buch, das du bisher gelesen hast?

Über die Bücher von David Sedaris kann ich laut lachen. Da würde ich stellvertretend “Me Talk Pretty One Day” nennen. Großartig sind die aber alle.

7. An welchen Orten liest du überhaupt?

Ich habe eigentlich immer ein Buch in der Tasche. Nebst Kind und Job habe ich längst nicht mehr so viel Zeit zum Lesen wie früher – da will jede freie Minute genutzt werden. Und sei es im Auto vor der Schule, wenn ich meine Tochter abhole und noch drei Minuten Zeit habe. Ich lese aber auch ganz klassisch auf dem Sofa, im Bett oder in der Badewanne.

8. Was ist das Spannendste, was dir in Bezug zu Büchern bisher passiert ist?

Nach einer Lesung von David Sedaris hat der mir mal den Präsentkorb voller Kosmetik in die Hand gedrückt, den er vorher im Hotel geschenkt bekommen hatte. Somit hatte ich meine Weihnachtsgeschenke zusammen und eine gute Anekdote gleich dazu.

Generell habe ich – LitCologne sei Dank – einige tolle Lesungen erleben dürfen. Ich erinnere mich an Michael Connelly im Polizeipräsidium, Bela B. und John Niven auf dem Literaturschiff, Donna Tartt im WDR Funkhaus und viele, viele mehr.

Signiertes Buch von David Sedaris

9. Welches Kinderbuch ist dir besonders in Erinnerung geblieben und warum?

Das sind die Astrid Lindgren Bücher wie z.B. “Die Brüder Löwenherz” oder “Madita”. Wenn ich die heute meiner Tochter vorlese, merke ich erst, wie sehr ich die Geschichten verinnerlicht habe und was sie heute noch in mir auslösen. Sehr geliebt habe ich auch die Katzengeschichten aus der Reihe “Weißnäschen” von Hanne Schüler.

10. Wer ist deine Lieblingsautorin oder dein Lieblingsautor?

Meine Lieblingsautoren sind Donna Tartt und John Irving. Nie habe ich sehnsüchtiger (und länger!) auf eine Neuerscheinung gewartet als auf den “Goldfinch”. Es gibt wirklich nichts unpraktischeres als eine Lieblingsautorin, die 10 Jahre für ein neues Buch braucht. Auch bei John Irving stürze ich mich auf jedes neue Buch. Tendenziell gefallen mir seine alten Romane besser als die neueren Bücher, wobei mich “In One Person” aber völlig begeistert hat.

11.  Wo kaufst du deine Bücher?

Ich mag große Buchhandlungen, kann mich da stundenlang aufhalten und verlasse sie in der Regel mit vollen Taschen. Da ich dafür aber nur selten Zeit habe, bestelle ich neue Bücher auch gerne bei Amazon. Ebooks für den Kindle natürlich sowieso. Ältere Titel kaufe ich bevorzugt gebraucht bei Momox oder Rebuy oder ertausche sie bei Tauschticket. Kleine Buchläden mag ich in der Theorie – in der Praxis verirre ich mich eher selten dorthin. Das hat verschiedene Gründe, die zu erläutern hier zu weit führen würde. Ich denke ich verfasse da bei Gelegenheit mal einen Extra-Beitrag.

12.  Was ist das Gruseligste oder Spannendste Buch, das du bisher gelesen hast? 

Der letzte Krimi, der mich wirklich gefesselt hat, war “The Poet” von Michael Connelly. Das ist allerdings auch schon wieder ewig her. Den konnte ich kaum zur Seite legen, weil ich unbedingt wissen musste, wie es weiter geht. “Night Film” von Marisha Pessl fand ich auch ziemlich spannend.

13.  Welche Buchticks hast du?

Ich kann mir keine Bücher leihen – weder von Freunden, noch aus der Stadtbücherei. Dort bin ich zwar häufig anzutreffen, leihe aber nur Kinderbücher und Hörbücher aus. Ich kann geliehene Bücher einfach nicht genießen. Das liegt aber nicht am gebrauchten Zustand der Bücher. Ich kaufe nämlich sehr gerne im Antiquariat und bin da auch nicht pingelig was den Zustand betrifft. Aber während ich sie lese, sollen die Bücher mir gehören. Auch wenn ich sie sowieso nicht behalten möchte und danach direkt verkaufe oder verschenke. Ich weiß – Tick halt!

Mein Buecherschrank

14.  Welches Buch ist das Günstigste und welches das Teuerste in deinem Regal?

Ich nehme ab und an mal Bücher aus öffentlichen Bücherregalen mit (z.B. diese Book Crossing Regale bei Ikea). Die kosten mich dann natürlich gar nichts. Welches mein teuerstes Buch ist weiß ich nicht. Ich habe viele Hardcover und die sind zum Teil signiert – ich könnte mir schon vorstellen, dass da der ein oder andere Schatz dabei ist.

15.  Welches Buch hat dich am meisten enttäuscht?

Die Frage ist ja immer, mit welcher Erwartungshaltung man ein Buch gelesen hat. Ich kann YA-Bücher wie “Twilight” oder die “Hunger Games” durchaus genießen, wenn diese nicht im Gewand hoher Literatur daher kommen und als solche vermarktet werden. Insofern hat mich “The Circle” von Dave Eggers (hier knapp rezensiert) sehr enttäuscht, denn dort hatte ich das Gefühl: Das ist YA-Literatur, die nicht dazu steht.

Unsichtbare Buecherregale

Auch “Das Mädchen, das verstummte” von Hjorth & Rosenfeldt hat mich sehr enttäuscht. Die Sebastian-Bergmann-Reihe fing so vielversprechend an und hat sich innerhalb von drei Jahren zu einer Aneinanderreihung von Krimi-Klischées und grausigen Dialogen entwickelt.

 

Mir hat das Beantworten der Fragen großen Spaß gemacht – vielleicht sollte ich meine Einstellung zu Tags noch mal überdenken… Wenn Ihr sonst noch etwas wissen möchtet – nur zu – fragt einfach!

One Thought on “Bücher-Blogger-Tag

  1. Vielen Dank fürs Mitmachen und für die vielen tollen Antworten, Nora! 🙂

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